Ein Exportgeschäft kann wirtschaftlich erfolgreich sein und trotzdem die Liquidität eines Unternehmens erheblich belasten. Wenn ein internationaler Kunde erst nach 60, 90 oder 120 Tagen bezahlt, hat der Exporteur seine Ware möglicherweise bereits produziert, geliefert und die Rechnung gestellt, während der Zahlungseingang noch Monate entfernt ist. Besonders für mittelständische Unternehmen, Hersteller, Händler und exportorientierte Unternehmen kann dadurch ein erheblicher Finanzierungsbedarf entstehen. Die entscheidende Frage lautet dann nicht nur, wann der Kunde zahlt, sondern wie sich die gebundene Liquidität bis dahin sinnvoll überbrücken lässt.
Chiron Projects BV unterstützt Unternehmen dabei, konkrete Exporttransaktionen zu prüfen und mögliche Finanzierungsstrukturen für Forderungen, Handel und Betriebskapital zu identifizieren.
Wenn der Umsatz steigt, aber die Liquidität sinkt
Ein längeres Zahlungsziel wirkt zunächst wie eine normale Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer. Für den Exporteur ist es jedoch gleichzeitig eine Finanzierungsentscheidung.
Nehmen wir an, ein Unternehmen liefert Waren im Wert von 2 Millionen Euro und vereinbart ein Zahlungsziel von 90 Tagen. Die Rechnung ist gestellt, aber über diesen Betrag kann das Unternehmen zunächst nicht verfügen.
Während dieser Zeit laufen andere Verpflichtungen weiter:
- neue Waren müssen produziert oder eingekauft werden;
- Lieferanten müssen bezahlt werden;
- Transport- und Versicherungskosten entstehen;
- Löhne und laufende Betriebskosten müssen gedeckt werden;
- weitere Exportaufträge benötigen Vorfinanzierung.
Wenn mehrere Kunden gleichzeitig lange Zahlungsziele erhalten, kann aus einzelnen offenen Rechnungen schnell ein erheblicher Liquiditätsbedarf entstehen.
Das Problem ist deshalb nicht unbedingt ein fehlender Auftrag. Das Problem liegt häufig im zeitlichen Abstand zwischen Lieferung und Zahlung.
Wie groß ist die tatsächlich gebundene Liquidität?
Bevor ein Unternehmen eine Finanzierung sucht, sollte es den tatsächlichen Kapitalbedarf bestimmen.
Dabei reicht es nicht aus, lediglich die Summe aller offenen Rechnungen zu addieren. Relevant sind auch das jeweilige Zahlungsziel, die Liefertermine, bestehende Verpflichtungen und die nächsten geplanten Ausgaben.
Ein Unternehmen mit 5 Millionen Euro offenen Exportforderungen kann beispielsweise eine andere Finanzierungssituation haben als ein Unternehmen mit 2 Millionen Euro offenen Forderungen, wenn die erste Gruppe überwiegend innerhalb weniger Tage bezahlt wird und die zweite Gruppe erst in 120 Tagen.
Für eine erste Analyse sollten daher mindestens folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie hoch sind die offenen Exportforderungen?
- Wann werden die jeweiligen Zahlungen erwartet?
- Welche Forderungen sind bereits erfüllt und dokumentiert?
- Welche neuen Aufträge müssen während dieser Zeit finanziert werden?
- Wie viel zusätzliches Betriebskapital wird benötigt?
- Gibt es vertragliche Sicherheiten oder Zahlungsinstrumente?
Erst daraus ergibt sich ein realistisches Bild des Finanzierungsbedarfs.
Exportforderungen finanzieren: Welche Forderungen sind interessant?
Exportforderungen finanzieren kann eine Option sein, wenn bereits konkrete Forderungen aus internationalen Lieferungen bestehen.
Nicht jede Rechnung ist jedoch automatisch für eine Finanzierung geeignet. Die Qualität der zugrunde liegenden Transaktion ist entscheidend.
Von Bedeutung sind insbesondere:
Der Abnehmer: Die wirtschaftliche Situation und Zahlungsfähigkeit des internationalen Kunden können einen wesentlichen Einfluss auf die Finanzierbarkeit haben.
Die Lieferung: Eine bereits vollständig ausgeführte und dokumentierte Lieferung kann anders beurteilt werden als ein Auftrag, dessen Produktion oder Lieferung noch aussteht.
Die Forderung: Eine klare, vertraglich begründete und unbestrittene Forderung bietet eine bessere Grundlage für eine Finanzierungsprüfung.
Das Zahlungsziel: Ob der Kunde in 60, 90 oder 120 Tagen zahlt, beeinflusst die Liquiditätsplanung und die mögliche Finanzierungsstruktur.
Die Dokumentation: Verträge, Rechnungen, Liefernachweise und relevante Handelsunterlagen sind wichtige Bestandteile einer professionellen Prüfung.
Welche Form der Finanzierung passt zur Transaktion?
Es gibt keine einzelne Lösung, die für jedes Exportgeschäft geeignet ist. Entscheidend ist, an welcher Stelle des Geschäftszyklus die Liquidität benötigt wird.
Forderungsfinanzierung
Forderungsfinanzierung kann interessant sein, wenn das Unternehmen bereits werthaltige Forderungen besitzt und Liquidität benötigt, bevor die Kunden zahlen.
Der Vorteil einer solchen Betrachtung liegt darin, dass nicht nur der Gesamtumsatz des Unternehmens analysiert wird. Die konkrete Forderung und die zugrunde liegende Transaktion stehen im Mittelpunkt.
Das kann besonders relevant sein, wenn ein Unternehmen regelmäßig exportiert und wiederkehrend Kapital zwischen Lieferung und Zahlung bindet.
Factoring
Bei geeigneten Geschäftsmodellen kann Factoring dazu dienen, Forderungen vor dem eigentlichen Zahlungstermin in Liquidität umzuwandeln.
Ob diese Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Forderungsvolumen, den Kunden, den Vertragsbedingungen und der gewünschten Finanzierungsstruktur ab.
Für größere internationale Einzeltransaktionen können andere Formen der Forderungsfinanzierung besser geeignet sein.
Lieferantenkredit
Wenn ein internationaler Käufer ein Zahlungsziel von 90 oder 120 Tagen verlangt, muss der Exporteur wirtschaftlich betrachtet einen Teil dieser Zeit finanzieren.
Ein Lieferantenkredit kann den Verkauf unterstützen, erhöht aber gleichzeitig den Kapitalbedarf des Verkäufers.
Eine strukturierte Finanzierung kann deshalb dazu beitragen, das gewünschte Zahlungsziel des Kunden und den Liquiditätsbedarf des Exporteurs voneinander zu trennen.
Wann Handelsfinanzierung sinnvoller ist
Nicht jeder Liquiditätsbedarf entsteht erst nach der Rechnungsstellung.
Bei vielen Exportgeschäften benötigt das Unternehmen bereits vor der Lieferung Kapital für Produktion, Einkauf, Warenbeschaffung oder Transport.
In solchen Fällen kann Handelsfinanzierung relevanter sein als eine reine Finanzierung bestehender Forderungen.
Der Zeitpunkt des Finanzierungsbedarfs ist entscheidend:
- Vor der Lieferung: Finanzierung von Einkauf, Produktion oder Warenbeschaffung
- Nach der Lieferung: Finanzierung bestehender Exportforderungen
- Während des gesamten Geschäftszyklus: strukturierte Kombination verschiedener Finanzierungselemente
Für ein Unternehmen mit regelmäßigem Exportgeschäft kann diese Unterscheidung einen erheblichen Unterschied bei der Auswahl einer geeigneten Finanzierungslösung machen.
Welche Rolle spielt eine Bankgarantie?
Ein internationales Geschäft kann neben dem Zahlungsziel weitere finanzielle Anforderungen enthalten.
Je nach Vertrag kann ein Käufer oder Geschäftspartner beispielsweise eine Garantie für bestimmte Verpflichtungen verlangen. Dazu können Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- oder Zahlungsgarantien gehören.
Eine Bankgarantie dient in solchen Fällen als Sicherungsinstrument. Sie ist nicht dasselbe wie ein Betriebsmittelkredit und ersetzt auch nicht automatisch die Finanzierung einer offenen Forderung.
Dennoch kann sie Teil einer umfassenderen Finanzierungsstruktur sein.
Ein Exporteur kann beispielsweise gleichzeitig vor zwei Herausforderungen stehen: Eine vertraglich geforderte Garantie muss gestellt werden, während durch das lange Zahlungsziel zusätzlich Liquidität gebunden ist.
Diese beiden Anforderungen sollten gemeinsam betrachtet werden, wenn die Transaktion eine strukturierte Finanzierung erfordert.
Wann kann ein Standby-Akkreditiv eingesetzt werden?
Ein Standby-Akkreditivkann bei geeigneten internationalen Transaktionen als Zahlungs- oder Sicherungsinstrument eingesetzt werden.
Seine Funktion hängt von den konkreten Vertragsbedingungen, dem Begünstigten, dem Aussteller, dem Betrag, der Laufzeit und dem vorgesehenen Verwendungszweck ab.
Bei bestimmten größeren Transaktionen kann ein Standby-Akkreditiv auch Bestandteil einer umfassenderen Finanzierungsstruktur sein. Es ist jedoch kein automatischer Ersatz für eine klassische Liquiditätsfinanzierung.
Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem Instrument zur Absicherung einer Verpflichtung und einer tatsächlichen Finanzierung des Unternehmens.
Non-Recourse-Monetarisierung von Bankgarantien und Standby-Akkreditiven
Bei geeigneten Transaktionen kann auch eine Non-Recourse-Monetarisierung von Bankgarantien und Standby-Akkreditiven geprüft werden.
Dabei wird untersucht, ob ein bestehendes und akzeptables Finanzinstrument unter einer geeigneten Struktur zur Beschaffung von Liquidität genutzt werden kann, ohne dass die Finanzierung auf einen allgemeinen Rückgriff auf das Unternehmen aufgebaut wird.
Eine solche Struktur ist anspruchsvoll und nicht jedes Instrument ist dafür geeignet.
Für die Prüfung können unter anderem folgende Faktoren relevant sein:
- Aussteller des Instruments;
- Betrag und Währung;
- Begünstigter;
- Laufzeit;
- genaue Bedingungen und Formulierungen;
- Übertragbarkeit beziehungsweise Verwendbarkeit;
- zugrunde liegende Handels- oder Finanztransaktion;
- Compliance- und Prüfungsanforderungen.
Deshalb sollte eine Monetarisierung nicht als automatische Umwandlung einer Garantie in Bargeld dargestellt werden. Sie setzt eine konkrete Prüfung des Instruments und der zugrunde liegenden Transaktion voraus.
Wenn Exportforderungen und Betriebskapital zusammenkommen
Besonders interessant sind Fälle, in denen mehrere Finanzierungsanforderungen gleichzeitig entstehen.
Ein Exporteur kann beispielsweise bereits Forderungen aus früheren Lieferungen haben, während gleichzeitig neue Waren produziert werden müssen. Der wichtigste Kunde möchte weiterhin ein Zahlungsziel von 90 Tagen erhalten, obwohl das Unternehmen die nächste Lieferung bereits vorfinanzieren muss.
Dann reicht es möglicherweise nicht aus, nur eine einzelne Rechnung zu betrachten.
Sinnvoll kann eine Betrachtung des gesamten Geschäftszyklus sein:
Produktion → Lieferung → offene Forderung → Zahlungseingang → erneute Produktion
Wenn dieser Zyklus dauerhaft Kapital bindet, kann eine strukturierte Finanzierung sinnvoller sein als eine isolierte Lösung für eine einzelne Rechnung.
Warum Chiron Projects BV bei komplexeren Exportfinanzierungen relevant ist
Chiron Projects BV ist ein internationales Finanzdienstleistungsunternehmen mit Schwerpunkt auf strukturierten Finanzierungslösungen für Unternehmen und Projekte. Das Leistungsspektrum umfasst Handelsfinanzierung, Bankgarantien, Standby-Akkreditive, Projektfinanzierung und Lösungen für Betriebskapital.
Für einen Exporteur mit langen Zahlungszielen beginnt eine professionelle Prüfung nicht mit einem pauschalen Finanzierungsversprechen. Zunächst müssen die konkrete Transaktion, die Forderung, der Abnehmer, die Zahlungsbedingungen und der tatsächliche Finanzierungsbedarf verstanden werden.
Über sein Netzwerk internationaler Bankpartner unterstützt Chiron Projects BV Unternehmen dabei, geeignete Strukturen für Handel, Liquidität, Projekte und Wachstum zu prüfen. Wenn es zur jeweiligen Transaktion passt, kann eine Finanzierung über etablierte Banken und internationale Finanzinstitute arrangiert werden.
Chiron Projects BV hat seinen Sitz in Den Haag, Niederlande, und ist bei der niederländischen Handelskammer registriert. Der Ansatz basiert auf einer professionellen Prüfung der jeweiligen Transaktion sowie auf Transparenz gegenüber dem Kunden.
Welche Unterlagen sollte ein Exporteur vorbereiten?
Eine konkrete Finanzierung lässt sich wesentlich besser beurteilen, wenn die wichtigsten Informationen bereits vorliegen.
Für eine erste Prüfung sind insbesondere hilfreich:
- Höhe der offenen Exportforderung;
- vereinbartes Zahlungsziel;
- Land und wirtschaftliches Profil des Abnehmers;
- Kauf- oder Liefervertrag;
- Rechnungsunterlagen;
- Nachweis über Lieferung oder Leistung;
- bisherige Zahlungshistorie;
- gewünschte Finanzierungssumme;
- Verwendungszweck der Finanzierung;
- vorhandene Bankgarantie oder Standby-Akkreditiv;
- weitere bevorstehende Lieferungen oder Finanzierungsbedarfe.
Damit kann besser zwischen Forderungsfinanzierung, Handelsfinanzierung, Betriebsmittelfinanzierung und einer komplexeren strukturierten Finanzierung unterschieden werden.
Warten Sie nicht, bis aus gebundener Liquidität ein Engpass wird
Ein Unternehmen muss nicht erst auf einen kritischen Liquiditätsengpass warten.
Wenn 60-, 90- oder 120-tägige Zahlungsziele regelmäßig einen erheblichen Teil des Betriebskapitals binden, kann eine frühzeitige Prüfung sinnvoll sein.
Chiron Projects BV kann anhand der konkreten Transaktion prüfen, ob eine passende Exportfinanzierung oder eine andere strukturierte Finanzierungslösung grundsätzlich infrage kommt.
Wenn Ihr Unternehmen aktuell auf Zahlungseingänge aus internationalen Exportgeschäften wartet, können Sie Chiron Projects BV Ihre konkrete Transaktion zur Prüfung vorstellen. Für eine erste Einschätzung sind insbesondere Forderungshöhe, Zahlungsziel, Abnehmer, Lieferstatus und gewünschte Finanzierungssumme hilfreich.
Damit lässt sich gezielter feststellen, ob eine Finanzierung bestehender Exportforderungen, Handelsfinanzierung, Betriebskapital, eine Garantie- oder Standby-Struktur oder eine Kombination mehrerer Instrumente für die konkrete Situation sinnvoll sein könnte.
FAQs zur Exportfinanzierung bei langen Zahlungszielen
1. Können Exportforderungen mit 60, 90 oder 120 Tagen Zahlungsziel finanziert werden?
Grundsätzlich können solche Forderungen für eine Finanzierung infrage kommen. Entscheidend sind unter anderem der Abnehmer, die Forderungshöhe, Vertragsbedingungen, Lieferstatus, Zahlungsfähigkeit und vorhandene Dokumentation.
2. Was bedeutet Exportforderungen finanzieren?
Damit ist grundsätzlich die Finanzierung offener Forderungen aus internationalen Exportgeschäften gemeint. Ziel ist es, Liquidität bereitzustellen, bevor der Kunde die Rechnung zum vereinbarten Zahlungstermin begleicht.
3. Kann eine Bankgarantie zur Verbesserung der Liquidität beitragen?
Eine Bankgarantie ist in erster Linie ein Sicherungsinstrument und kein klassischer Liquiditätskredit. Unter geeigneten Voraussetzungen kann sie jedoch Bestandteil einer umfassenderen strukturierten Finanzierung sein.
4. Kann ein Standby-Akkreditiv non-recourse monetarisiert werden?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Non-Recourse-Monetarisierung eines Standby-Akkreditivs geprüft werden. Dies hängt insbesondere vom Aussteller, den Bedingungen, der Laufzeit, dem Begünstigten, der zugrunde liegenden Transaktion und der Prüfung durch die beteiligten Finanzierungspartner ab.
5. Welche Informationen benötigt Chiron Projects BV für eine erste Prüfung?
Hilfreich sind insbesondere die Höhe der Forderung, das Zahlungsziel, Angaben zum Abnehmer, der zugrunde liegende Vertrag, der Lieferstatus, Rechnungsunterlagen, die gewünschte Finanzierungssumme sowie gegebenenfalls vorhandene Bankgarantien oder Standby-Akkreditive.
Verfasst von Chiron Projects B.V.
Chiron Projects B.V. bietet maßgeschneiderte Finanzlösungen in den Bereichen Bankgarantien, Standby-Akkreditive und Monetarisierungsdienstleistungen. Wir unterstützen Unternehmen, Investoren und Organisationen weltweit mit strukturierten Lösungen für Projektfinanzierungen, Liquiditätssteigerung, internationalen Handel und Unternehmenswachstum.

